Wenn ich sage, dass ich in die Stadt gehe, was ja im Normalfall Shoppen bedeutet, findet man mich meist in einer Buchhandlung wieder. Stundenlang, ausdauernd und nicht müde werdend von den zigtausend Titeln, die einen ja förmlich erschlagen, muß ich zwischendurch darüber schmunzeln, was es denn so alles gibt: "Was denkt mein Hund", "Fit wie ein Turnschuh", "Liebe dich selbst - und es ist egal, wen du heiratest", "Das Katzenkochbuch (schade, leider ohne Rezepte!!), "Älterwerden ist nichts für Feiglinge", ein englischer Titel "The sad truth about happiness", SMS for Lovers, "Das Leben - es wird mir fehlen", "Familienpackung" oder "Was denkt meine Katze.
Es gibt mittlerweile für alles und jedes Thema ein Buch bzw. entsprechende Ratgeber. Mich amüsiert das, denn noch nie "fanden sich soviele Menschen zum Schreiben berufen". Jede (Lebens)situation, jede Vita, jedes Problem(chen) - alles wird zum Thema. Und ich frage mich wirklich, ob wir alle diese Bücher brauchen?
Mal ehrlich: Es gibt wenige Tage, an die ich mich erinnern kann, dass ich keinen Kaffee getrunken habe. Krankheitstage, wenn ich wirklich nur Tee trinken konnte. Oder wie in Kanada auf einer viertägigen Kanutour, wo wir keinen Camping-Kocher dabei hatten und alle "nur" Wasser getrunken haben.
Oder - Kaffeelose Tage fallen mir nun wirklich nicht ein.
Aber woran liegt es? Ich denke mal, dass Kaffee einfach zu den "Volksgetränken" - außer Wasser, Bier und Wein einfach dazu gehören. Es ist ein Gewohnheitsgetränk und wir machen uns im Normalfall auch keine Gedanken darüber. Doch in diesen Tagen wurde mir mal von einem "Veggie", der nicht trinkt, nicht raucht und auch keinen Kaffee trinkt, gesagt, dass ich Kaffeesüchtig wäre. O.k. ich hab´s registriert und nur gemeint: "Ich hätte einen niedrigen Blutdruck und so gesehen, wäre Kaffee eine Art Medizin, die mich morgens ordentlich in Schwung bringt". Aber so ganz unter uns: Gesessen hat diese Aussage schon. Wer läßt sich denn schon gerne in irgendeinem Zusammenhang sagen, dass er süchtig wäre. D.h. doch im Umkehrschluß, dass es eine Art Abhängigkeit vermittelt, sogar einen Entzug darstellt, wenn diese "gefährliche Droge" nicht in unserem Körper wäre. Schrecklich!
Cut - Heute morgen war ich noch besonders müde. Im Halbschlaf drückte ich den Knopf meiner vollautomatischen Jura (Rolls Royce unter den Maschinen) Kaffeemaschine. Upps - sie war kaputt. Und was machte ich, die sich die Kaffeesucht nicht nachsagen läßt?
Richtig: Ich kramte sofort die Bedienungsanleitung der Maschine hervor und setzte alles daran, dass die Maschine wieder funktionsfähig ist.
Ergebnis: Sie ist es nicht, weil ich ein Zusatzfilter erneuern muß und das bekommt man an Sonntagen nicht.
Realität: Nun sitze ich mit einem Orangensaft und einem schrecklich schmeckenden Caro-Kaffee (blöder Getreidekaffee) rum und werde einfach nicht wach. Ich kaffeesüchtig? Nein! In keinster Weise, ich bin nur ein bisschen müde und freue mich, dass frisch gepresster Orangensaft sehr gut schmeckt.
Gleich morgen früh gehe ich los und besorge den (blöden) Filter. Ich möchte doch meinen Besuch nicht enttäuschen, wenn Kaffee gewünscht wird....
Momentan befinde ich mich im tiefsten Bayern - dort wo meine Heimat ist. Genauer gesagt im Landkreis Altötting, dem katholischten und "schwärzesten" Landkreis Deutschlands überhaupt, dort auch, wo unser Papst Benedikt XVI, im September Altötting einen Besuch abstatten wird.
Natürlich gehe ich meiner Lieblingsbeschäftigung "Essen, trinken und schreiben" nach, deren Recherche mich auch zwischendurch immer wieder verblüfft: Seit einigen Jahren ist es ja Mode geworden, dass jedes Kaff (Dorf), jeder katholische Frauenbund, mittlerweile in ganz Deutschland, sein eigenes ortsverbundene Kochbuch veröffentlicht. Dabei wird oft mit den einfachsten Mitteln, oft nur Schreibmaschinenblätter zusammengeheftet, Fotos in schrecklicher Qualität und handgeschriebenen Texten - kund getan, was man z.B. in Feichten (einem 1000 Seelendorf) oder in Halsbach (800 Einwohner) gegessen wird. Wenn Sie nun meinen, dass hier authentische, überlieferte, bayerische Rezepte gesammelt sind, kann dies leicht zu einer (kulinarischen) Enttäuschung führen. So liest sich in dem wiederum netten, zusammengebundenen Kochbuch aus "Kirchweidach" (2000 Einwohner) mit dem Titel "unsere bayerische Küche" ein buntes Sammelsurium aus aller Welt. Z.B. Kathi M. schwört auf ihr Curry mit Rosinen (mit Aromat), Agnes H. macht Appetit auf ein Sherry Trifle und Elisabeth A. beschreibt einen eigenwilligen Hawaii Toast. Die Mengenangaben müsste man noch separat nachfragen, wenn man denn danach kochen wollte. Das Einzige, was mir an diesen "Dorf-Kochbüchern" immer wieder gefällt, sind die Kuchenrezepte. Denn überall auf dem Land gibt es noch die berühmte Kaffeesstunde mit selbstgemachten Kuchen, dass sich die Balken biegen.
Fazit: Die bayerische Küche gehört besser gehegt und gepflegt. "Packerlsoßen und Aromat" sind Usos in vielen Gasthöfen und heimischen Herden - und lieber esse ich dann keinen Schweinebraten. Knödel vom Vortag mag ich auch nicht, Schweineschmalz in Brezen (angeblich Geheimrezept einiger Bäcker) schütteln mich und Weißwürste esse ich nur frisch vom Wurstkessel mit speziellem Händlmeier Senf. Also - Bayern ist multikulturell - mit Tsatsiki und Wraps auf der Speisenkarte - angeblich, weil sich das besser verkauft. Ich freue mich schon auf den "Lindenbräu" am Potsdamer Platz in Berlin, denn dort werde ich frischen Schweinebraten mit Semmelknödel und Krautsalat essen.
Das Internet macht´s möglich. Die Welt ist näher zusammen gerückt und wir, jeder Einzelne profitiert davon. Wollen wir ein bestimmtes Rezept, ein nicht gekanntes Wort aus der Kulinarik oder ein Restaurant im Netz virtuell besuchen - einfach "googlen". Doch manchmal weiß man auch nicht, welchen Suchbegriff man eingeben soll, um vagen Spekulationen, einer gewissen Neugier oder einem bestimmten Gusto nachzugehen. Doch - Genuss kennt keine Grenzen - wie
www.slowfood.de
so schön formuliert.
www.foodwatch.de
klärt (mündige) Verbraucher auf und ist quasi die "Kulinarische Polizei.
www.rettet-das-mittagessen.de
ist eine wunderbare, (mittag)tägliche Lektüre, die genüsslich verspeist werden darf.
www.dinnerscout.de
offenbart Neuigkeiten, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.
www.deliciousdays.com
ein englischsprachiges Portal mit kulinarischen Köstlichkeiten.
Und noch zuletzt, worüber ich sehr lachen musste:
"Felice - die Anti-Aging-Praline - zu bestellen unter:
www.cafe-andersen.de
Stellen Sie sich vor, Sie kommen aus einer 3wöchigen Reise zurück - und das am Samstagabend. Sie haben natürlich vorsorglich die Zeit genutzt, um ihren heimischen Kühlschrank abzutauen und mal so richtig leer durchlüften zu lassen. Was erwartet Sie? Gähnende Leere, aber ein perfekt sauberer Kühlschrank.
Das Gefühl nun endlich wieder zu Hause zu sein, beinhaltet aber auch, es zu geniessen, wieder daheim zu essen.
Doch - wann, wie und wo am Wochenende einkaufen? Nicht den großen Einkauf, aber den kleinen, netten, der das Sonntagsfrühstück im Bett irgendwie gemütlich macht.
Probleme löst man, in diesem Fall, indem man einfach eine große Tankstelle anfährt. Käse, Schinken, Butter, Streichkäse, Milch, Cornflakes, Vollkornbrot, Eier und Kaffee. Perfekt! Alles da. Was will ich mehr?
PS: Vorsorglich stehen im Trockenregal zu Hause noch Spaghetti mit Tomatensauce. Es ist immer gut, ein "Mise en place" anzulegen. Der Sonntag gehört mir - und meinem Jetlag.
Während Simon & Garfunkel dereinst voller Sehnsucht ihre Heimreise besangen, blicken wir nach drei Wochen in Britsh Columbia eher wehmütig zurück. Welch ein phantastisches Land – was für eine tolle Reise. Calgary Stampede – die mächtigen Rockies - Bären, Adler und Grauwale, Wilderness und Camps, Steaks und Fisch, frisch auf den Tisch, jede Menge neuer Freunde. Dabei haben wir doch nur einen verschwindend kleinen Teil der Provinz im Westen Kanadas gesehen, so etwa von der Grösse des Saarlandes verglichen mit Deutschland.
Die Rückkehr in die Zivilisation gelingt mühelos in Vancouver, wahrscheinlich eine der schönsten Städte der Welt. Obwohl die Kriterien der Beurteilung sehr subjektiv sind, ist offensichtlich die Kombination vom Meer und den Bergen immer wieder faszinierend. Rückblickend auf die Summe der Erlebnisse, Emotionen und Eindrücke entsteht halt etwas Wehmut. Doch nehmen wir unsere Worte zum Abschied nicht als Floskel zum Ende der Reise, sondern als Versprechen, als Vorfreude auf ein Wiedersehen. Dieses Land kann man getrost zwei-, dreimal besuchen. Oder noch öfter. Schliesslich haben wir ja erst das Saarland gesehen. Thank you all. We’ll be back, folks.
Dieser Slogan erinnert mich immer an einen Cartoon von Jim Unger, in dem "our catch of the day is hamburger" angeboten wurde. Uns wäre doch beinahe ein ganz anderer Fisch ins Boot gegangen: ein riesiger Grauwal zog seine Kreise in der Bucht vor Tofino (an der Westküste von Victoria Island). Welch ein Schauspiel! Herzklopfen bis zu den Ohren!! Aber in díeser unbeschreiblichen Umgebung musste es natürlich Fisch zum Abendessen sein. Die Auswahl ist so gross wie die Portionen: Thunfisch mit Sesamkruste und Wasabi-Soja, der Hot Pot mit Lachs, Garnelen und Jacobsmuscheln, oder der Heilbutt mit Kräuterkruste - wer könnte das entscheiden. Also haben wir zu dritt einfach alles bestellt und uns gegenseitig kosten lassen - sehr zum Vergnügen unserer überaus aufmerksamen kanadischen Kellnerin. Als Wein ein Pinot Blanc vom Hester Creek (B.C.) Der heimliche Sieger war wohl der Hot Pot, Catch of the day aber war ein Heilbutt von unglaublichen 96 lbs, gefischt (oder geangelt?) gerade ein paar Seemeilen von hier von Larry Collier aus Oregon.
... hungrige Wanderer natürlich auch. Es ist ja nun beileibe nicht so, dass man in Kanada nur fette Freuden geniessen kann. Obwohl natürlich die Süssigkeiten und Kalorienbomben an jeder Strassenecke quasi im Vorbeigehen vernascht werden. Fünf Minuten im Mund - Fünf Jahre auf der Hüfte (Wenn's denn dabei bleiben würde!) Aber wenn du nach ein paar Stunden strammen Wanderns aus 2.400m Höhe, vollgepumpt mit frischer Luft und diesem leicht entrückten Blick zurück in die Zivilisation kommst, dann reduzieren sich deine Grundbedürfnisse sehr schnell auf ein mächtiges Steak, vor allem, wenn der Rückweg dich direkt am The Keg in Whistler vorbeiführt. Kämpfe nicht dagegen an. Lass dich treiben. Den Schweizern sagt man nach, mit Hilfe ihrer Kühe die beste Schokolade zu machen, die Kanadier zaubern aus einem guten Rind die besten Steaks der Welt. Das Baseball Sirloin ist so dick, dass man beim Braten auf dem Grill über "medium-rare" nicht hinauskommt. Eigentlich brauchte man zu diesen knapp 300 Gramm keine Beilagen, zumal die baked potatoe dem Steak im Gewicht nicht nachsteht. Wenn schon, denn schon - also mit sour cream. Schliesslich haben wir ja in den 6 Stunden in Bergen die 1.500 Kalorien, die vor uns auf dem Teller dampfen, locker verbrannt. Dazu einen herrlich kräftigen Shiraz. Die Verkrampfung in den Waden löst sich, das Lächeln kehrt zurück in die Gesichter. Nicht nur, weil wieder mal ein Klischee erfolgreich bedient wurde.