Dienstag, 21. Februar 2006

Den Gaumen erziehen!

Erziehung hat nichts mit Kasteiung zu tun. Vielmehr mit einer Art Wegweiser, die uns die guten, von den schlechten Regeln, Taten, auch Aktionen trennen lassen.
Ich habe - und darauf bin ich sehr stolz - mit einer absoluten Konsequenz - meine Kinder auch im Gaumenbereich erzogen. Dazu gehört eine tiefe Liebe zur Küche, zur Natür und die Fähigkeit, auch über den Tellerrand blicken zu können/wollen.
Meine Kinder haben bereits im Alter von zwei Jahren die unterschiedlichsten Oliven auseinander halten können und während ihrer zahnlosen Zeit, habe ich einfach die schönen, gekochten Leckerbissen in die Moulinette befördert, um Brei daraus zu machen (sah nicht immer hübsch aus).
Meine Tochter entwickelte sich zu einer gaumenerzogenen Leckerschmeckerin. Gezielt geht sie im Supermarkt, auf dem Bauernmarkt oder im Feinkostladen direkt auf gute Qualität zu. Ja, und was habe ich heute davon?
Sie probiert einen Bissen im Restaurant und meint: "Mama, das esse ich nicht. Zu lange gekocht, Scheiß-Qualität, fade Würzung und zu fett". Und dann schiebt sie den Teller weg.
Ist nicht immer schön für mich, dem Kellner klar zu machen, warum wir dieses oder jenes nicht essen. Abgesehen davon, auch manchmal teuer. Manchmal frage ich mich, ob ich diesen Part der Erziehung gut gemacht habe. Und die Antwort ist: Ja! Denn meine Kinder schauen bei jedem Lebensmittel zuerst auf die Inhaltsliste. Und entscheiden dann, ob sie so etwas essen würden.
Und wie ist das bei Ihnen?

Montag, 20. Februar 2006

"Nicht Fisch und nicht Fleisch"

Ich mag nicht gerne in Restaurants gehen, wo mir vermeintlich "internationale Küche" serviert wird. Ich mag keine Restaurants, deren Speisenkarte so dick ist, dass ich für meine Entscheidungsfindung eine halbe Stunde brauche. Ich mag keine Restaurants, deren Tische zwar üppig mit Decken und Stoffservietten garniert sind, wo aber die Küche nicht damit konkurrieren kann.
Was ich mag: Sind Tagesangebote, die mir signalisieren, dass der Koch tagesfrisch eingekauft hat. Ich mag Speisenkarten, die klein, aber fein sind. Ich mag blanke Tische, auf denen ehrliche Küche serviert wird. Ich mag Restaurants, die mir durch ihre Nationalität klar ein landestypisches Essen vorgeben.
Was ich fürchterlich finde: Wenn ich bei dicken Speisenkarten von Sushi, Tsatsiki, Tapas, Lasagne, Rinderbraten und Créme brúlee alles finde. Es entsteht bei mir dabei das Gefühl, dass in der Küche ein Chamäleon arbeitet, das je nach Bestellung zwischen Tiefkühler, Trockenlager und Mikrowelle fungiert.
Es ist nicht gut, wenn man alles bekommt! Zügeln Sie notfalls Ihre Gelüste und trösten Sie sich bei dem Gedanken, dass es nicht um Verfügbarkeit geht, sondern um Qualität. Wie immer im Leben ...

Freitag, 17. Februar 2006

Muss es immer Kaviar sein?

Sogar Kochbuchautorinnen werden nervös, wenn ein neuer Lover das erste Mal zu Besuch kommt und der lapidare Satz im Raum steht: "Lass uns doch zusammen essen". Sie können es wahrscheinlich nicht nachempfinden, aber wenn man mit Essen, Kochen und Schreiben beruflich so 100 prozentig en top ist, wird die Erwartungshaltung von anderen immens hoch geschraubt. Logisch, ja! Aber ich koche auch nur mit Wasser. Gut - ich kenne Rezepte aus aller Welt, habe bei den besten Köchen weltweit Kochkurse besucht, bin fachlich versiert, wie nicht viele. Doch - im Endeffekt habe ich ein anderes Problem: Ich kann mich bei meiner kunterbunten Vielfalt einfach nicht entscheiden. Tausende Rezepte gehen durch meine Kopf-Datenbank, ich verwerfe, modle um, kreiiere neu - und im Endeffekt bin ich doch nicht zufrieden.
Mittlerweile greife ich nach einem einfachen Trick: Ich koche grundsätzlich gute Hausmannskost. Solche, auf die ich mich verlassen kann. Von Gulasch, hausgemachten Spätzle bis hin zu Rouladen, Schweinebraten und Königsberger Klopsen. Und wissen Sie warum? Meine Erfahrungswerte sind die, dass heutzutage kein Mensch mehr richtig kochen kann, geschweige denn gutes, gekochtes Essen serviert bekommt. Wir alle rennen von Sushi, zu Döner über Kimschi, Currywurst, Tapas und Fastfood. Warum soll ich das auch noch zu Hause servieren? Tortillas, Quatsch mit Sauce, Kaviar und Lachs? Nein, ich schwöre auf Hausmannskost, weil sich jeder davon die Finger abschleckt. Und - falls wir kein Besteck brauchen - greife ich auf mein Rezeptrepertoire in "Fingerfood for Lovers" zurück. Eine tolle Fundgrube für alle lüsternen Gelegenheiten. Guten Happetit

Mittwoch, 15. Februar 2006

Süß-saure Sinnlichkeit mit Essig

Denken Sie bitte nicht an den Essig, der Ihnen sämtliche Haare zu Berge stehen lässt, ob der Geruch vom Putzen oder der von undefinierbarem Eingekochtem. Ich meine die Flüssigkeit, die im Bereich von gutem Aceto Balsamico zu finden ist, Essige, von denen sie schlückchenweise gar nicht mehr lassen können. Ich habe diese Essige bei dem "Essigdoktor" Georg Wiedemann in der Pfalz kennengelernt. Er sagt von sich: "ohne Essig wäre mein Leben fad"; und das ist nachzuempfinden, wenn man ihn sprechen hört. Er veranstaltet in seiner "Burg" regelmäßig Essigseminare und -dinner. Dazu wandeln alle Teilnehmer mit Kutten durch die Gewölbe, in denen die "Kinder" von ihren "Essig-Müttern" ausgetragen werden. Und überall gibt es Degustationsschlucke in langen Stielgläschen. Die harmonischen Essige schmecken deshalb so gut, weil sie mit Aromaten entsprechend süßer gemacht werden, ob nun z. B. mit Cassis, Veilchen, Honig, Mandelblüten oder Kaffeeblüten. Mein Tipp: Gehen Sie mal in spezielle Essig & Öl-Geschäfte und probieren Sie ein paar Schlückchen. Herrlich - Sie werden in Zukunft bestimmt besser über Essig denken.

Dienstag, 14. Februar 2006

"Laufen Sie nicht ins offene Messer ..."

Hiermit möchte ich Ihnen die allerletzte Warnung wegen des "Tages der Liebe" geben. Natürlich wissen wir alle, dass es ein Tag des Kommerzes ist. Ein Tag, an dem sich der Blumenhandel dumm und dämlich verdient. Ein Tag, der speziell zur Kauf-Förderung gedopt wurde. Wir wissen es alle! Doch trotzdem - es spielen alle Menschen verrückt an diesem Tag. Man hat das Gefühl, dass man sich dafür entschuldigen muss, dass man just an diesem Tag keine Rosen oder etwas Ähnliches vorweisen kann. Nicht einmal eine blöd dreinschauende Diddel-Maus, ein Plüsch-Herzkissen mit dem Aufdruck "Love", Marzipanherzen mit Röschenaufdruck oder sei es nur ein Herzchenanstecker, der blinkt.
Liebe Männer, auch wenn es euch noch so schwer fällt, aber ein paar Blümchen an diesem Tag, könnten euch für den Rest des Jahres Narrenfreiheit gewähren. Ja - und liebe Frauen, falls ihr am Valentinstag nichts bekommen solltet, dann sind eure Männer entweder schlecht erzogen oder (ich will es ja gar nicht aussprechen) doch ganz liebenswerte, individuelle Typen. Aber liebe Frauen, lasst Euch bloß nichts anmerken und zieht im nicht beschenkten Falle eurerseits etwas Nettes hinterm Ofen hervor. Eure Männer könnt Ihr bei Gelegenheit einfach mal "ins offene Messer rennen lassen". Oder so ähnlich.

Montag, 13. Februar 2006

"Na, ist das Leben frisch?"

Diese Frage beschäftigt mich seit Tagen. Ohne Vorwarnung warf mir der sonst so wortkarge Tankwart dieses verbale Gehirnpuzzle über den Tresen. Was heißt frisch? Frisches Gemüse, frische Wäsche, frische Säfte ... gereinigt, geputzt, gelüftet, sauber? Können auch andere Dinge frisch sein?
Ich war bei der Frage so verdattert, dass ich spontan antwortete: "Ja, ich hab mein Herz geputzt". Was eigentlich heißen sollte, dass ich just an dem Tag meinen persönlichen (längst fälligen) Rundumschlag gemacht hatte: Das Bett frisch bezogen, die Wäsche frisch gewaschen aufgehängt, das Auto frisch gewaschen aus der Waschanlage gefahren und eine Herzensangelegenheit per E-Mail elimeniert, also mein Herz auch frisch gewaschen. Aber um bei der Frische zu bleiben: Ich kam auch noch frisch gereinigt aus der Sauna, kaufte Frischware wie Schinken, Obst und Gemüse ein. Und machte mir einen frischen Salat mit ganz vielen Vitaminen. Ach und ein Buch von Max Frisch habe ich an dem Tag auch noch ausgelesen.
Ich fand es wunderbar, von diesem Tankwart "geistig so gefordert" zu werden. Momentan überlege ich mir, wie ich ihn herausfordern könnte. Beispielsweise: "Na, gibts bei Ihnen auch Benzin zum Einfrieren?", "Wie sind die Aktien bei den gefüllten Erbsen?", "Skatet die Berufsschule gut?" oder - ach seinen Ausspruch könnte ich momentan nicht toppen. Also - bleiben Sie frisch ...

Montag, 6. Februar 2006

Was Männern schmeckt und Frauen mögen!

Ist Genuss eine Frage des Geschlechts? Ja, das behaupte ich als Frau. Männer lieben es deftig und heftig, Frauen eher sanft und zart. Meine Genuss-Theorie hört sich vielleicht für manche eher etwas steinzeitmäßig an, aber genau da begann alles. Die Männer waren Jäger und aßen Fleisch. Die Frauen sammelten Pflanzen und ernährten sich entsprechend anders. Ja und heute? Männer gießen sich Chilisauce über ihr Fleisch, dass es nur so brennt und Frauen zupfen an Salatblättchen, weil sie von Natur aus mehr auf ihre Figur bedacht sind.
Vor einigen Jahren wollte ich als Restauranttesterin bei Michelin starten. Ich tat es nicht, weil ich es mir wirklich nicht leisten kann, sechs Tage die Woche, dreimal am Tag, ein Fünf-Gänge-Menü zu essen (aus Hüftgold-Gründen und wegen der vielen Rumreiserei). Jedenfalls erfuhr ich bei der Gelegenheit, dass die Restauranttesterei zu 100 Prozent eine Männerdomäne ist. Ich fragte mich wirklich, ob Sterne an Restaurants nicht ganz anders vergeben würden, wenn die Gewichtung Mann/Frau beim Testen stimmen würde. Ich behaupte, dass es einen gewaltigen Ruck bei der Bewertung geben würde. Und warum? Ganz einfach, weil Frauen über ausgeprägtere Sinne verfügen. Sie würden alle Männer auf ihre Plätze verweisen! Das hat die Natur eben so eingerichtet, nicht die Emanzipation.

Donnerstag, 26. Januar 2006

Der 14. Februar ist bald da ... Valentin lässt grüßen

Egal, ob verliebt, verlobt, verheiratet, leicht verknallt oder "noch am Baggern", das Datum der Liebenden steht unmittelbar vor der Tür. Da helfen keine Ausreden wie "ich lasse mich nicht verkommerzialisieren! Ich schenke, wann ich will und nicht weil der 14.2. ist! Ich lasse mich nicht in konventionelle Schienen schieben!", die Liste der Ausreden ist lang. Jedoch, das Gesicht der Liebsten oder auch des Liebsten verrät schon, wenn dieses besagte Datum kurzum verschmäht wird. Sei es nur darum, dass die Freundinnen von irren Blumensträußen oder die Männer von wahnsinnigen Verführungsabenden erzählen, just geschehen an diesem Tag. Es wird also breitflächig der Neid geschürt, wer denn nun mehr verwöhnt worden ist. Und seien wir doch mal ehrlich, wollen wir von unserem Partner erzählen, dass er "sich nicht von der Kommerzschiene überrollen lässt und soooo intellektuell ist?" Und ihm insgeheim eigentlich vor lauter Enttäuschtheit eine runterhauen wollen?
Mein Tipp: Es muss ja nicht der große Blumenstrauß, das große Geständnis, der erwartete Ring oder die Verlegenheits-Pralinen sein. Besorgen Sie sich lieber rechtzeitig das kulinarisch-erotische Kochbüchlein "Fingerfood for Lovers" vom Storia Verlag. Genießen Sie zuerst das "Lesefutter" und danach werden Sie sicherlich aktiv in der Küche, damit im Bett mehr Zeit bleibt und Sie jederzeit naschen können.

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